Über mich


Die Diagnose Histaminintoleranz erhielt ich im Sommer 2018, nachdem ich zwei Jahre lang täglich mit Durchfall zu kämpfen hatte, den mir kein Arzt erklären konnte. Natürlich wurden in dieser Zeit Tests gemacht. Gluten, Fructose: unauffällig. Lactose: schon auffällig, allerdings trat nach dem Umstieg auf lactosefreie Produkte keine Besserung ein. Irgendwann durfte ich mir von einem Arzt anhören, ich solle halt nur noch Reis und Kartoffeln essen, dann hätte ich auch keine Probleme mehr. Das war genau die Empathie, die meinem gefrusteten Nervenkostüm und mir noch gefehlt hat – und natürlich war das keine Lösung.

Als ich dann endlich an einen Arzt geriet, der mich ordentlich durchtestete und auch Erklärungen für andere Beschwerden, die mich bereits deutlich länger begleiteten, fand, begann für mich ein neues Leben. Zugegeben, das war anfangs nicht das Beste. Mit der Umstellung habe ich mich vor allem deshalb so schwer getan, weil mein ganzes Dasein sich plötzlich nur noch in der Küche abzuspielen schien. Es gab Tage, da war mir nur nach Heulen zu Mute. Aber die Mühe machte sich bald bemerkbar. Bereits nach einer Woche Eleminationsdiät war der Durchfall weg und meine Freude darüber riesig. Es klingt so banal, weil es selbstverständlich sein sollte, aber wenn man zwei Jahre lang nicht ohne Durchfallmedikamente aus dem Haus gegangen ist und egal wo man war immer erstmal die Toilette ausfindig machen musste, dann ist das eine ziemlich große Hausnummer.

Von Woche zu Woche ging es mir besser. Neben der Verdauung besserten sich meine Schlafprobleme und mein dauerhafter Erschöpfungszustand, ich fühlte mich wie ein neuer Mensch. Dadurch änderte sich auch meine Einstellung zum Thema Essen – was ich vorher als Belastung wahrgenommen habe wurde ein positiver Bestandteil meines Lebens. Neue Lebensmittel entdecken, Rezepte ausprobieren, frisch und gesund kochen machte mir immer mehr Spaß. Das Thema Gesundheit beschäftigte mich dadurch allgemein mehr, ich machte mehr Sport und versuchte bewusster mit meinen Energiereserven zu haushalten, denn neben den Nahrungsmittelunverträglichkeiten hatte ich im Sommer eine weitere Diagnose bekommen: CFS – chronisches Erschöpfungssyndrom.

Und das ist der heutige Stand: Ich koche, backe, atme, lese, schreibe und pflege ein freundschaftlicheres Verhältnis zu meinem Körper. Die meiste Zeit gelingt mir das recht gut. Aber natürlich gibt es auch andere Tage. Tage, an denen ich einfach mal wieder eine Avocado oder ein Stück Käse essen möchte und an denen ich unheimlich frustriert bin. Dann muss ich mir etwas Gutes tun oder auch mal „cheaten“, wenn ich das Gefühl habe, dass es die Konsequenzen wert ist. Für mich ist wichtig, dass mein Leben nicht aus Verboten besteht, deshalb betrachte ich meine Ernährungsumstellung auch nicht als Diät, sondern als eine gesunde Lebensweise, für die ich mich im Alltag immer wieder bewusst entscheide.

Das wolltet ihr alles gar nicht wissen? Dann hier noch 10 zufällige Fakten:

ich habe drei Tattoos, eines mit Fuchs
ich bin süchtig nach Popcorn
salziges Popcorn ist kein richtiges Popcorn
ich lese wieder mehr, seitdem ich öffentliche Bibliotheken nutze
das Bloglogo habe ich selbst gemalt
ich singe nur im Auto
ich habe mal Literatur studiert
#hangry und nicht stolz darauf
in meinem Ehering steht „Ohana“
ich hätte gern ein Erdferkel

frau mit fuchs